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DMITROW-ITL

   
 

Auch

DmitLag

   

Fotos, Illustrationen
und Dokumente

 

Kurzinfo

Das DMITROW-ITL bestand von September 1932 bis Januar 1938, seine Verwaltung befand sich in der Stadt Dmitrow. Die Insassenzahl betrug bis zu 193.000 Personen, die beim Bau des Moskwa-Wolga-Kanals, bei der Errichtung von Stauanlagen an der Wolga, beim Bau des Istra-Staudamms sowie an weiteren Bauobjekten eingesetzt wurden.

Biographien

Gustaw-Burchard (Georgi) Nikolajewitsch Waldenmaier
Iwan Petrowitsch Suchanow
Konstantin Sobolewski

Zuordnung

Lagerverwaltungen und Lagerabteilungen unter Zentralverwaltung

Dauer

eingerichtet am 14.09.32 [1];
geschlossen am 31.01.38 (umstrukturiert in das ITL des GULAG-Sonderbezirks Dmitrow) [2].

Zuständigkeit

GULAG [1, 2]

Standort

Gebiet Moskau, Stadt Dmitrow [1], {5, 6}.

Wirtschaftstätigkeit

- Bau des Moskwa-Wolga-Kanals "J. W. Stalin" (1), Bau des Nordkanals und Sanierung der Jausa [3], Bau des Istra-Staudamms [4], (2),
- Bau des Zentralflughafens "M. W. Frunse" in Moskau [5], [6. Bl. 660] (3), Bau der Pumpstation "Stalinskaja" [7] (4),
- Holzgewinnung (5) [1, 2], Torfgewinnung [8].

Insassenzahlen

12.32 — 10.400 [9];
Jahresdurchschnitt: 1933 — 51.502, 1934 — 156.319, 1935 — 188.792, 1936 — 177.215;
01.01.34 — 88.534, 01.01.35 — 192.229, 01.01.36 — 192.034, 01.01.37 — 146.920, 01.01.38 — 16.068 (Erfassungs- und Verteilungsabteilung des GULAG - URO).

Leiter

Interimsleiter: A. Je. SOROKIN, ab 25.09.32, Leiter: DERSELBE, 21.10.32 - ? [10, 11];
Leiter: Ja. D. RAPOPORT, 11.02.33 - 23.08.33 [12, 13] (6);
Interimsleiter W. T. RADEZKI, 23.08.33 - 23.09.33 [13, 14];
Leiter: Stabsmajor der Staatssicherheit S. G. FIRIN, 23.09.33 - 28.04.37 [14, 15] (7);
Kommissar der Staatssicherheit 2. Ranges S. B. KAZNELSON, 29.04.37 - 07.37 (8) [16];
F. T. PROCHORSKI, 02.08.37 - 25.08.37 [17, 18];
D. W. USPENSKI, 25.08.37 (9) - frühestens 02.02.38 (10) [18, 19];
Leiter der Bauverwaltung des Moskwa-Wolga-Kanals: L. I. KOGAN, 26.05.32 (11) - 09.08.36 [20, 21];
Kommissar der Staatssicherheit 3. Ranges M. D. BERMAN, 09.08.36 (12) - 01.09.37 [21, 22];
Interimsleiter der Betriebsverwaltung des Moskwa-Wolga-Kanals D. W. USPENSKI, 25.08.37 - 31.01.38 [18, 2].

Archiv

GARF. f. 9489.

Fußnote(n)

(1) Die Entscheidung über den Bau des Moskwa-Wolga-Kanals (in seiner Dmitrow-Variante) wurde am 01.06.32 vom Rat der Volkskommissare bestätigt (Beschluss Nr. 859 [23]).
Gemäß dem Beschluss des Rates der Volkskommissare Nr. 1652/342 vom 28.10.32 wurde die OGPU mit der Leitung der Bauarbeiten am Moskwa-Wolga-Kanal beauftragt [24].
Per Befehl [25] wurden Doppelstrukturen, die sowohl in der Bauverwaltung des Moskwa-Wolga-Kanals als auch in der Lagerverwaltung der OGPU existierten, in einer gemeinsamen Struktur zusammengefasst, für die neben der Bezeichnung "Bauverwaltung des Moskwa-Wolga-Kanals" auch die Abkürzung MWS (MoskwaWolgaStroi) verwendet wurde. Ab dem 01.09.37 wurde die Bauverwaltung des Moskwa-Wolga-Kanals de facto aufgelöst, und "ausnahmslos alle Kanalbauten" an die Betriebsverwaltung des MWS übergeben, die "mit der Mängelbeseitigung in festgelegter Art und Weise" beauftragt wurde [22]. Per Befehl [2] und gemäß dem Beschluss des Rates der Volkskommissare vom 09.04.37 Nr. 590 wurde die Betriebsverwaltung des Moskwa-Wolga-Kanals an das Volkskommissariat für Wasserwege (Narkomwod) übergeben.
(2) Der Bau des Istra-Staudamms dauerte 18 Monate und wurde am 05.11.34 abgeschlossen [4], aber der Istra-Abschnitt des MoskwaWolgaStroi wurde am 20.01.36 aufgelöst [6. Bl. 26].
(3) Der Bau des Flugplatzes wurde vom Baubezirk Karamyschewski durchgeführt; am 29.11.36 wurde der Flugplatz übergeben [6. Bl. 660].
(4) Der Bau der Pumpstation "Stalinskaja" wurde per Verfügung des Moskauer Stadtrates vom 25.05.35 der Bauverwaltung Moskwa-Wolga übergeben [7];
per Befehl [27] wurde sie in eine eigenständige Verwaltung ausgegliedert.
(5) 1932 waren im Holzeinschlag 3.000 Häftlinge und am Kanalbau 7.400 Häftlinge beschäftigt [9].
(6) Ja. D. RAPOPORT war ebenfalls Stellvertreter der Bauverwaltung Moskwa-Wolga; am 23.08.33 wurde er an den Weißmeer-Ostsee-Kanal versetzt [13].
(7) S. G. FIRIN wurde zum Leiter des DmitLag und zum stellvertretenden Leiter der Bauverwaltung Moskwa-Wolga ernannt und blieb gleichzeitig Stellvertreter der Hauptverwaltung der Lager (GULAG) der OGPU [14].
Verhaftung am 29.04.37.
(8) Der letzte Befehl auf seinen Namen für das DmitLag wurde am 21.07.37 herausgegeben [26. Bl. 388].
Der letzte Befehl, der die eigenhändige Unterschrift S. B. KAZNELSONS trägt, ist vom 14.07.37 [26. Bl. 383].
Verhaftung am 17.07.37 (Angaben: GIZ des MWD).
(9) Gemäß Befehl [29] wurde D. W. USPENSKI von seinen Posten als stellvertretender Leiter des Weißmeer-Ostsee-Kanals und Leiter des WEISSMEER-OSTSEE-ITL befreit und zum stellvertretenden Leiter des DmitLag ernannt.
(10) Datiert nach dem letzten von D. W. USPENSKI unterzeichneten Befehl für das DmitLag [19], ab 05.02.38 wurde D. W. USPENSKI vom Kanalbau abkommandiert und zum Assistenten des Leiters der Bauverwaltung des Wasserkraftwerks Kuibyschew ernannt [28].
(11) Per Beschluss des Rates der Volkskommissare Nr. 815 vom 26.05.32 wurde L. I. KOGAN zum Bauleiter des Moskwa-Wolga-Kanals ernannt und blieb gleichzeitig Bauleiter des Weißmeer-Ostsee-Kanals [20].
(12) M. D. BERMAN wurde zum Leiter der Bauverwaltung ernannt und blieb gleichzeitig Leiter der Hauptverwaltung der Lager (GULAG) des NKWD [21].

Quellennachweis

1. Befehl 889/s der OGPU vom 14.09.32.
2. Befehl 013 des NKWD vom 31.01.38.
3. Befehl 379 des NKWD vom 05.09.36.
4. Befehl 256 des NKWD vom 05.11.34.
5. Befehl 380 des NKWD vom 05.09.36.
6. GARF. f. 9489. op. 2. d. 85.
7. Ebenda. op. 1. d. 38. l. 4.
8. Befehl 206 der OGPU vom 02.12.33.
9. GARF. f. 9414. op. 1. d. 2920. l. 179.
10. Befehl 927ls der OGPU vom 25.09.32.
11. Anordnung der bevollmächtigten Vertretung der OGPU des MO [Ministerium für Verteidigung] vom 21.10.32.
12. Befehl 71 der OGPU vom 11.02.33.
13. Befehl 140 der OGPU vom 23.08.33.
14. Befehl 0107 der OGPU vom 23.09.33.
15. Befehl 00217 des NKWD vom 28.04.37.
16. Befehl 652ls des NKWD vom 29.04.37.
17. Befehl 104 des NKWD vom 02.08.37.
18. Befehl 1500ls des NKWD vom 25.08.37.
19. GARF. f. 9489. op. 2. d. 119. l. 2.
20. Ebenda. f. 5446. op. 1. d. 68. l. 145.
21. Befehl 727ls des NKWD vom 09.08.36.
22. GARF. f. 9489. op. 2. d. 99. l. 308.
23. Ebenda. f. 5446. op. 1. d. 68. l. 174.
24. Ebenda. op. 57. d. 21. l. 58.
25. Befehl 1005 der OGPU vom 31.10.32.
26. GARF. f. 9489. op. 2. d. 114.
27. Befehl 91 des NKWD vom 05.07.37.
28. Befehl 183ls des NKWD vom 11.05.38.
29. Befehl 937ls des NKWD vom 07.10.36.

Autor(en)

Sergei Kriwenko

Quelle

Das System der Besserungsarbeitslager in der UdSSR 1923-1960. Handbuch. Hrsg. Michail Smirnow

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