biographie

 
   
 
 

Jan

Tomassowitsch

Wagner

 
 

"Mit dem größten Vergnügen habe ich im Dezember 1931 in Prag den Vorschlag des Unternehmens 'EnergoStroi' angenommen, einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet und bin zum Arbeiten in die Sowjetunion gekommen, in das sozialistische Vaterland des Proletariats, errungen und gegründet auf den Ruinen des vormals zaristischen Russlands, dem Völkergefängnis.

Wie es sich für jeden ehrlichen Proletarier gehört, der, gleich welcher Nationalität, als treuer Sohn seiner Arbeiterklasse ergeben dient, habe ich alle meine bescheidenen Kräfte und Fertigkeiten freudig der nützlichen Arbeit gewidmet, damit die Sowjetunion aufblüht und ihre Wirtschaftskraft wächst. Deshalb war ich Bestarbeiter, und mir wurde die hohe und ehrenvolle Auszeichnung 'Stachanow-Arbeiter' zuteil."



"Am 20.12.1931 kam ich als Vertragsbauarbeiter für 'EnergoStroi' in die Sowjetunion. Da ich seit anderthalb Jahren erfolglos alles mir Mögliche getan habe, fordere ich ein Treffen mit einem Vertreter der deutschen Botschaft. Ich muss die Frage meiner Staatsangehörigkeit klären… weiterhin muss ich die Angelegenheit bezüglich meiner Strafsache, meiner Familie und meiner Angehörigen besprechen, da ich seit 31 Monaten ohne Benachrichtigungen und finanzielle Hilfe inhaftiert bin."

1. Zitat: Antrag des Untersuchungshäftlings J. Wagner während seiner Haft im Taganka-Gefängnis an L. Berija, Volkskommissar für Innere Angelegenheiten der UdSSR. Moskau, 06.07.1939.

2. Zitat: Antrag des Untersuchungshäftlings J. Wagner während seiner Haft im Butyrka-Gefängnis an den L. Berija, Volkskommissar für Innere Angelegenheiten der UdSSR. Moskau, 29.08.1940.

   
 

22.12.1905

In Zettwing, Kreis Kaplitz in einer Bauernfamilie geboren.

18.12.1931

Schließt in Prag einen auf ein Jahr begrenzten Vertrag mit dem Moskauer Staatsunternehmen "EnergoStroi" ab: Stuck- und Betonarbeiten. Anschließend zieht die gesamte Familie nach Moskau um.

1932 – 1933

Einsatz auf Bauarbeiten in einem Kraftwerk bei Wladiwostok (Ferner Osten).

1933 – 1938

Arbeitet auf diversen Baustellen in Moskau (Abteilung für Ingenieurbau beim NKWD, Staatsunternehmen "SojusSpezStroi", "MosSchilStroi", "GosGraschdanStroi").

10.02.1938

Verhaftung in Moskau.

10.02.1938 – 04.01.1941

Untersuchungshaft im Butyrka- und Taganka-Gefängnis.

Juli 1940

Tritt in den Hungerstreik wegen des sich hinziehenden Ermittlungsverfahrens. Forderte Auslieferung an Deutschland, da er kein sowjetischer Staatsbürger war und das Sudetenland in der Zwischenzeit von Deutschland annektiert worden war.

04.01.1941

Verurteilung durch den Sonderausschuss beim NKWD wegen "Beteiligung an einer antisowjetischen Organisation" zu fünf Jahren Lagerhaft.

1941 – 1942

Haftverbüßung im Lagergebiet Archangelsk.

14.02.1942

Stirbt in der Lagerhaft.

27.06.1989

Rehabilitierung.

Lagerhaft in

KARGOPOL-ITL

     
 

Fotos, Illustrationen und Dokumente

Wagner, J. T.: Archivauszug 1939Wagner, J. T.: Archivauszug 1940   

Wagner, J. T.: Archivauszug 1939

Wagner, J. T.: Archivauszug 1940