Awatkow
 
biographie

 
   
 
 

Jewgeni

Stepanowitsch

Awatkow

 
 

Nach der Befreiung aus der Haft setzte er seine Tätigkeit in Beruf und Partei fort. So arbeitete er z.B. in der Abteilung "Maschinenbau" des wissenschaftlichen Forschungsinstituts der Akademie der Wissenschaften der UdSSR und war u.a. Parteisekretär am wissenschaftlichen Forschungsinstitut für Elektromechanik.



...welche Wendung des Schicksals. Ende Mai [1941] wurde ich "mit Sachen" einbestellt, in ein Flugzeug gesetzt und unter Bewachung eines KGB-Majors nach Norilsk gebracht. Dort wurde ich direkt vom Flughafen zu Swerew, dem Direktor des Norilsker Hüttenkombinats, gebracht. Hier erfahre ich, dass das Kombinat seinen gesamten Transport (ca. 12 Waggons) auf elektrische Energie umstellen muss. Mit diesem Auftrag werde ich betraut. Nun bin ich wieder für die Elektrik zuständig und fange wieder ganz von vorn an. Die Elektrozüge die in "meiner" Werkhalle in Nowotscherkassk montiert wurden, wurden auch schon hierher, in das von Gott und den Menschen verlassene Polargebiet, geschafft. Was soll's! Nicht zum ersten Mal bereite ich nicht nur Maschinen sondern auch Menschen auf ihre Arbeit vor.

J. S. Awatkow in seinen Erinnerungen. Moskau o.D. (Quelle: Archiv NIPZ "Memorial").

   
 

13.11.1902

In Tiflis (Georgien) als Sohn eines Eisenbahnschlossers und einer Wäscherin geboren. Zum Zeitpunkt seiner Geburt verbüßt der Vater eine Haftstrafe wegen Teilnahme an einem politischen Streik.
Schulbesuch und Studium werden von der "Gesellschaft zur Unterstützung Armer" finanziert.

1917

Mitglied verschiedener politischer Klubs, Wahlagitator für die Bolschewiki.

1918

Studienabbruch nach dem Tod der Mutter; Gelegenheitsarbeiten, u.a. als Schlosser und Heizer.
Aktive Beteiligung an verschiedenen Ausständen.

Herbst 1920 - Februar 1921

Gefängnishaft wegen Streikbeteiligung.

Januar 1921

Eintritt in die Kommunistische Partei.

1921-1923

Arbeitet für Partei und Gewerkschaft in Georgien: Vorstandsmitglied der georgischen Metaller-Gewerkschaft, stellvertretender Leiter für politische Aufklärung in der Eisenbahner-Gewerkschaft, Redakteur der Parteizeitung, Delegierter auf verschiedenen Parteitagen und Konferenzen.

1923-1927

Wird von der KP zum Studium nach Moskau geschickt. Student der Kommunistischen Universität "J. M. Swerdlow", der Technischen Hochschulkurse des Volkskommissariats für Verkehr, wo er mit Dserschinskis Hilfe die Fakultät für Elektrifizierung des Transports aufbaut, und der Technischen Fachhochschule Moskau (MWTU).

1927-1929

Fährt auf Beschluss des Zentralkomitees der KPdSU(B) zum Studium nach Deutschland, wo er nebenbei u.a. für die Handelsvertretung in Berlin arbeitet und für die Abnahme von Ausrüstungen aus der Sowjetunion in deutschen Betrieben verantwortlich ist. Fortsetzung der Parteiarbeit.

1929-1935

Arbeitet in einem Moskauer Werk; leitet die Entwicklungs- und Fertigungsarbeiten der ersten sowjetischen Elektrozüge sowie der Obusse und Metrozüge.
Leiter des Fachbereichs für Elektromotoren am Moskauer Elektromechanischen Institut für Verkehrsingenieure.

1935-1937

Abteilungsleiter im Elektromotorenwerk Kaschira (Gebiet Moskau), Fachbereichsleiter am Elektromechanischen Institit für Schienentransport Moskau.

02.03.1937

Verhaftung in Moskau in seiner Wohnung.

März 1937 - Dezember 1937

Untersuchungshaft in den Gefängnissen Lefortowo und Butyrka.

10.12.1937

Verurteilung durch einen Sonderausschuss beim NKWD nach Artikel 58-10, A.1 und 58-11 zu fünf Jahren Lagerhaft in einem Besserungsarbeitslager (ITL).

1938 - 1946

Haftverbüßung in verschiedenen Lagern; Einsatz zu allgemeinen Arbeiten in den Erzlagerstätten von Kolyma, Sussuman, Udarnik, Kombinator u.a. Die Fristverlängerung hing wahrscheinlich mit dem Ende der ersten Haftzeit während des Krieges zusammen.

November 1946 - Oktober 1949

Rückkehr nach Moskau; Einsatz in Nowotscherkassk beim Wiederaufbau der Elektrobetriebe in der Region.

Zweite Verhaftung in Nowotscherkassk unter denselben Beschuldigungen wie bei der ersten Verhaftung. Verweigert ein Geständnis und tritt im Gefängnis von Nowotscherkassk in den Hungerstreik.

25.02.1950

Verurteilung durch einen Sonderausschuss beim MGB zu ewiger Verbannung.

Februar - Mai 1950

Auf Etappe in der Region Krasnojarsk.

Mai 1950 - Juni 1954

Wird direkt aus dem Gefängnis nach Norilsk ausgeflogen, wo er im Hütten- und Metallurgiekombinat für die Umrüstung der Transportmittel auf Elektrobetrieb verantwortlich ist.

30.06.1954

Befreiung aus der Lagerhaft.

18.07.1956

Rehabilitierung.

Ende 1980er Jahre

Lebt in Moskau.

Lagerhaft in

NORILSKER ITL, NORDÖSTLICHES ITL, FERNÖSTLICHES ITL

     
 

Fotos, Illustrationen und Dokumente